Handyablage mit Musik drin

Für die meisten meiner Gilde gehört es ja quasi zum Jobprofil, im Internet nach smarten Ideen Ausschau zu halten. Und hin und wieder sind auch echte Perlen dabei. Man denk sich sofort: Verdammte Axt, darauf hätte ich auch kommen können. Ich will das haben. Jetzt. Sofort. Ach mist geht nicht, ist ja nur ein Konzept. Wird daran gebaut? Hm, ist bloß ne Abschlussarbeit. Die werden ja leider nur in den seltensten Fällen in den wirtschaftlichen Kreislauf eingepflegt. Schade aber auch.

Hier ist mal wieder so eines. Warum ich das so gut finde? Die eigene Wohnung mit guter Musik zu füllen geht einfach nicht mit weniger Aufwand. Und außerdem suche ich schon ewig eine Ablage für mein Telefon. Seitdem ich Festnetz aus meinen vier Wänden verbannt habe, fehlt es mir an einer, naja, symbolischen Ladestation.

Ceramic Stereo from Victor Johansson on Vimeo.

Nun ist es so eine Sache mit Konzeptvideos. Im Video funktioniert das immer schöner, schneller, flauschiger als ich dann später in echt. Und dann ist man immer enttäuscht. Naja, vielleicht ja dieses Mal nicht. Ich würde das Ding aber nun wirklich gerne mal ausprobieren. Ich will, ich will ich will… Punkt.

Gefunden bei neuerdings.com

Website-Karussell: “Wer suchet, der findet”

Swipe me

Ein Karussell (auch Image-Slider oder Rotator) gehört bei Websites zu den beliebtesten Elementen um mehrere Inhalte an gleicher Stelle zu platzieren und jedem dieser Elemente einen möglichst gleichwertig großen Aufmacher zu bescheren. Dumm nur, dass die Sichtbarkeit mit wachsender Anzahl der Elemente stark sinkt. Klar, wer klickt sich schon immer durch alle Views.

Niedrige Klickraten im stationären Web

Im Web findet man sie ständig, egal ob große e-Commerce Plattform oder Microsite. Brad Frost beschreibt in seinem Artikel, dass diese nur mit großer Vorsicht verwendet werden sollten. Die Gründe sind u.a.:

  • Die Nutzer sehen nicht, dass es da noch mehr gibt,
  • sie nutzen es nicht (weil sie es nicht sehen oder weil sie nicht’s Wichtiges dahinter vermuten?), und
  • Nutzer bewegen sich eher vertikal (scrollen) als horizontal (wischen oder paging).

Feature Click-through Rates

Quelle: http://weedygarden.net

 

Eine Statisitk zu den Klickraten bei Karussellen zeigt ein klares Bild. Nämlich Finger weg davon. Jedoch lassen sich diese Zahlen kaum auf andere Websites und schon überhaupt nicht auf die mobile Welt übertragen. Hier spielen andere Faktoren eine Rolle.

Und mobil?

Vor allem der Touch-Faktor ist meiner Meinung nach nicht zu vernachlässigen. Nutzer interagieren mobil stärker mit den Inhalten. Das buchstäbliche “Anfassen” der Seite oder App sorgt dafür, dass Nutzer die Seite ausprobieren, auch wenn noch nicht alle Interaktionselemente sofort verstanden wurden.

Auch sind Nutzer es gewohnt, Inhalte nicht nur durch vertikales Scrollen zu erreichen, sondern auch horizontal mit einer schnellen Wischgeste. Diese Erfahrungen der Nutzer rühren natürlich von nativen Apps. Unsere Erfahrung bei CELLULAR ist sehr positiv in Bezug auf horizontaler Anordnung von Elemente innerhalb der App. Wir haben auch schon erlebt, dass Nutzer in ihren Bewertungen von Apps diese sogar explizit fordern, weil sie das Browsing in der App angenehmer und schneller gestalten. Derartige Elemente werden häufig auch für mobile Websites übernommen – nicht immer mit Erfolg. Ist also die User Experience auch auf mobile Websites übertragbar?

Beispiel einer m-Commerce Site

Bei einem Projekt, an dem wir derzeit arbeiten, haben wir uns bewusst für eine Bühne mit Karussell entschieden. Das für uns schlagende Argument war die inhaltliche Aufteilung der Produkte. 

Aufteilung_PK1_PK2

Aufteilung zweier Produktkategorien mit jeweils unterschiedlicher Wertigkeit der einzelnen Produkte (vereinfachte Darstellung).

 

  • Es gibt zwei Produktkategorien (PK1 und PK2), die klar getrennt sein sollen.
  • PK1 ist wichtiger als PK2.
  • In PK1 ist die Wichtigkeit der einzelnen Produkte leicht abfallend. Sprich: Produkt 1 ist der Top Seller und muss jedem, der die Seite aufruft sofort in’s Auge stechen. Ein klarer Fall für die Positionierung an erster Stelle. Die anderen Produkte fallen in ihrer Wertigkeit leicht ab.
  • Um dem Nutzer klar zu machen, dass es weitere Produkte in PK1 gibt, haben wir neben der klaren Kennzeichnung der Slider-Elemente auch eine automatische Rotation eingeführt.
  • Anders ist es bei PK2. Dort sind die einzelnen Produkte gleichwertig.  Daher werden diese untereinander angeordnet, so dass möglichst alle auf einem Screen zu sehen sind.
  • Hinzu kommt, dass diese Produkte auch leicht miteinander verglichen werden sollen. Die Anzeige der Key-Features als Bullet Points erleichtert den Vergleich der einzelnen Produkte.

Während also bei PK1 ein Karussell sehr hilfreich ist, weil der Fokus eher auf dem ersten Produkt liegt, wäre dasselbe für PK2  kontraproduktiv, weil die Chance hoch ist, dem potentiellen Kunden genau das falsche Produkt anzuzeigen.

Wichtig bei der Gestaltung

Auf Smartphones (und noch mehr auf Tablets) sind die Nutzer durchaus bereit, gewohnte Navigationsprinzipien beiseite zu legen und die Seite auszuprobieren. Allerdings sollte man den Faktor Zeit nicht vernachlässigen. Nutzer haben meist ein klares Ziel und sind nicht bereit, mehr Zeit als nötig dafür aufzuwenden. Zwei Dinge sind demnach entscheidend:

Zum einen müssen alle Interaktions- und Navigationsoptionen dem Nutzer klar und intuitiv verständlich sein. Ob dies im Falle eines Karussells ein automatischer Wechsel der Inhalte oder Hinweise wie Pfeil- oder Punktindikatoren sind, darf von Fall zu Fall entschieden werden. Hauptsache der Nutzer weiß, was er damit anstellen kann.

Noch wichtiger ist es sich die inhaltlich Frage zu stellen, welche Anordnung der Seite (bzw. dem Nutzer) am besten hilft und dies ist meiner Ansicht der häufigste Fehler in der Konzeption von Websites. Ein Karussell ist nicht die Lösung, wenn viele gleichwertige Produkte an erster Stelle stehen sollen, sondern nur, wenn mehrere Produkte mit unterschiedlicher Wertigkeit dargestellt werden sollen.

 


Mehr zum Thema:

Carouselsbradfrostweb.com
Carousel Interaciton Stats – weedygarden.net
Auto-Forwarding Carousels and Accordions Annoy Users and Reduce Visibility -nngroup.com

Mindmeld: Kontextsuche während des Telefongesprächs

Sehr coole Idee. Man stelle sich eine VoIP Anwendung á la Skype oder Hangout vor. Zusätzlich erlaubt die App Google und Co. direkt mit Anfragen zu penetrieren und für das tippfaule Plappermaul funktioniert das Ganze über Spracheingabe. Das ist die App Mindmeld.

Die App (derzeit nur als iPad-Prototyp bzw. Konzeptvideo) erlaubt via Spracherkennung nach Informationen zu suchen, über die man kurz vorher(!) noch gesprochen hat. Die App filtert (angeblich) das Gespräch nach relevanten Wörtern und semantischen Zusammenhängen. Die App loggt zwar fortwährend das Gespräch mit, gesucht wird aber erst wenn der Nutzer eine Anfrage abfeuert.

Spannend finde ich vor allem das Teilen der gefunden Informationen mit den anderen Gesprächsteilnehmern. Das funktionert denkbar einfach. Mit eine Swipe können alle an den gefundenen Infos teilhaben und diese kommentieren oder diese weiterführen. Es entsteht also eine Art Ideenspeicher.

Bin gespannt ob die Theorie auch praktisch funktioniert.

Why I Prefer the Featureless App

For me, the ‘one thing well’ approach is what makes a mobile app. I compartmentalize and organize with separate apps that each have their own function. Sometimes I want something to sync up across devices, but other times I just need a place to quickly drop an idea. I don’t need the ability to organize them into folders, or customize the text, or have a choice of pens to choose from. I want something that works, is simple, and opens fast.

 

Quelle: Lifehacker.com

So reagieren Nutzer auf Websites, die nicht für Mobile optimiert sind

Eine interessante Untersuchung, die zeigt, wie User reagieren, wenn sie mit ihrem Smartphone auf stationäre, nicht mobil optimierte, Websites treffen.

Die wichtigsten Zahlen im Überblick:

  • Insgesamt reagiert jeder Vierte Internetnutzer mit dem Schließen der Seite.
  • Immerhin 14% schließen die Seite und rufen sie später am PC wieder auf.
  • Fast 9% schließen die Seite und suchen nach einer App von dem Anbieter.
  • 2,5% sind enttäuscht und nutzen die Seite nie wieder.
  • Doch jeder Zweiter versucht durch Zoomen die Ansicht zu verbessern
Websites im mobilen Browser

Quelle: www.usabilityblog.de/

Hier zum Artikel: usabilityblog.de

Auch bei schlechtem Wetter schön: Solar App

Wegen des schönen Wetters und weil es gerade en vogue ist, schicke Wetter Apps zu machen hier mein Fundstück der Woche. Ach was sag ich: meine Wetter App des Jahres!

mzl.nzeithxd.320x480-75Die Funktion ist schnell erklärt. Eine sehr minimalistische Oberfläche enthält die wichtigsten Daten zur aktuellen Zeit. Sehr schön ist vor allem der Bildschirmhintergrund. In der oberen Hälfte sieht man, ob es klar, bewölkt, Tag oder Nacht ist. Ist Gewitter angesagt, schwirren Regentropfen übers Display, gefolgt von Blitzen, die sogar das Gerät vibrieren lassen. In der unteren Hälfte wird die Temperatur visualisert von blau = kalt bis rot = brütend heiß.

Forecast_24hrsNeben dem aktuellen Wetter ist für die User ebenso von Interesse, wie sich das Wetter in den nächsten Stunden so macht. Lohnt es sich noch,  zur Grillparty zu radeln oder fängt es sowiewo gleich zu regnen an? Solar hat das genial gelöst. Streicht man mit dem Finger nach unten, kann man den Wetterverlauf in den kommenden 24 Stunden simulieren, inkl. der Tages- und Nachtperioden. Großartiges Detail: die Uhr rechts oben bewegt sich wie im Zeitraffer zur aktuellen Zeit.

forecast_3daysOb es sich am Wochenende lohnt an die Nordsee zu fahren, sieht man mit einem schnellen Pulldown in der oberen Screenhälfte. Dort wird  das Wetter der nächsten drei Tage angezeigt. Wieder gibt es hier nur die wichtigsten Daten. Nimmt man die Finger vom Display, schnappt die Anzeige wieder zurück in ihre Ursprungsansicht.

 

Wettervergleich mehrerer Städte

Es können auch mehrere Orte parallel durch die Pinch-Geste angezeigt oder durch Wischen von einem Ort zum nächsten gesprungen werden.

 

 

Alles in allem schafft die App aus meiner Sicht den perfekten Spagat in der Frage, welche Informationen sind relevant und welche kann man vernachlässigen. So werden die Hauptanwendungsfälle – wie ist das Wetter jetzt, demnächst und in den nächsten Tagen hier und an anderen Orten, wo ich mich regelmäßig aufhalte? – perfekt abgebildet.

Das Interface ist sehr schlicht, gerade wegen der Fokussierung auf Typographie erinnert die App an Microsofts Metrostil. Auch die Pinch Funktion für die Ortsübersicht zeigt Parallelen zur Semantic Zoom Funktion von Windows 8. Auffallend ist auch, dass es keinen einzigen Button in der App gibt (Update: doch, es gibt zwei kleine Icons für “Einstellungen” und “Ort hinzufügen”). Es wird schlicht der Inhalt angefasst.

Testen könnt ihr die App hier für 79 Cent (App Store Link).

/** * Google Analytics */